was gibt's Neues ?

Alltag

31.10.2015

Au weia, es ist über ein Jahr her, dass ich einen neuen Bericht geschrieben habe. Leute wie die Zeit vergeht wenn man ein bisschen Spass hat. Nun, wir haben hier unseren Alltag, genau wie in Deutschland, allerdings mit dem Vorteil, dass wir uns unser Pensum an Arbeit und Freizeit so einteilen können wie WIR möchten.
Unser ´´guter Geist `` Daniel hat uns zwischenzeitlich verlassen, aus Gründen die wir bis heute nicht verstanden haben. Aber jeder ist seines Glückes Schmied. Ich muss gestehen, am Anfang hat uns das hart getroffen. Waren wir doch verwöhnt, nach Hause zu kommen von Freunden oder vom Einkauf, und der Rasen war gemäht und geharkt, die Büsche und Pflanzen säuberlich geputzt und vieles, vieles mehr.
In den ersten 2 Monaten hatten wir einen schweren Stand. Rasen mähen bei 37° ist nun wirklich sehr erschöpfend und ich, Karola, zog mir mehr als einen Sonnenbrand zu beim Unkraut zupfen um die Sträucher. Georg hatte dann die erlösende Idee:  Wir kaufen einen Rasentraktor und eine Motorsense. Und siehe da, die Arbeit einer Woche reduzierte sich auf 1 - 2 Tage. Wir atmeten auf, denn nun schafften wir den Rest auch spielend.

Wir haben inzwischen einen Sonnenhut mit Nackenschutz gekauft, ist doch etwas kleidsamer als das Kopftuch.

Im letzten Jahr besuchten wir mit Bekannten Chile für 10 Tage. Es war eine sehr schöne Reise, wir haben viel erlebt und kamen entspannt wieder am Mbatovi an.

Blick über Santiago de Chile vom wunderschön angelegten Zoogelände der Stadt.

Sehr beeindruckt waren wir von den Vulkanen, die z.T. auch noch aktiv sind. Auf dem folgenden Foto stehen wir am Fuße des Vulkans Villarica im Schnee ( wir hatten seit 8 Jahren keinen Schnee mehr gesehen !!!! ). Der Villarica brach einige Wochen nach unserem Besuch aus, ich schwöre, wir tragen keine Schuld daran, smile

Ein Kurztrip nach Ayolas und Encarnacion war uns auch vergönnt, das, was mir persönlich am besten daran gefallen hat, waren die Betten im Hotel Carnaval in Encarnacion. Ich habe in meinem Leben noch nicht so gut gelegen. Seitdem liege ich Georg in den Ohren mit neuen Betten. Wäre aber unsinnig, unsere sind noch völlig in Ordnung.
Ansonsten war Encarnacion recht nett, aber für uns kein MUSS.
Ayolas war eine sehr grosse Entäuschung. Wenn man ausserhalb der Saison dorthin reist hat man
 a.) ein Problem ein halbwegs annehmbares Hotel zu finden
 b.) ein Problem einen Touristen-Fischfang-Führer mit Boot zu finden.
Unser Hotelier versprach uns dann einen solchen Fischer aufzutreiben.       ( Als wenn das ein Problem für ihn wäre, Ayolas lebt von den Fischereitouristen !!! )
Was hatten wir für ein Glück, es gab einen solchen Fischer. Auf unsere vorsichtige Frage, was denn der ganze Spass kosten solle, erhielten wir die Antwort:
Ein halber Tag, 2 Personen, icl. Boot, Angeln und Ködern sollte 800.000 Gs kosten, das sind umgerechnet ca. 135,00 €. DAS war uns definitiv zu teuer. Das roch sehr nach Abzocke. Pfeif aufs Fischen, wir machen uns einen netten Tag und basta.

 Wenigstens ein Fang wurde getätigt, wenn auch nur aus Plastik.

Anzumerken wäre noch, dass wir die Möglichkeit hatten die Sanddünen von Ayolas zu besuchen. Man fühlt sich wirklich an die Küste der Nordsee versetzt. Das Kraftwerk Yacyreta betreibt in Ayolas ein Museum ( sehr interessant ) und man kann sich dort für die Dünentour anmelden.
 
Zweimal besuchten wir während des vergangenen Jahres auch noch unsere Freunde im Chaco. Die Familie Wiebe durften wir als unsere ersten Gäste bei uns im Casa Mbatovi begrüssen und es ist eine sehr herzliche Freundschaft daraus entstanden. Natürlich besuchen sie uns auch, mittlerweile selbstverständlich als private Gäste. Dadurch lernen wir den Chaco besser kennen als die üblichen Touristen und im Gegenzug erkunden sie mit uns hier die Gegend.
 
Vor 3 Wochen hat uns eine Ziege ein Junges geboren. Wir freuten uns sehr darüber, da wir zwischenzeitlich alle Ziegen abgeschafft hatten, was uns dann im Nachhinein aber doch nicht gefiel und wir deshalb wieder 2 Jungtiere und ein Böckchen erstanden. Nun ja, das Böckchen war trotz seiner Jugend schon fleissig und eine Ziege wurde schwanger. Alles in bester Ordnung, dachten wir. 
Einen Tag nach der Geburt von Zicklein Püppi bemerkte ich, dass sie im Stall lag und sich nicht rührte.
Wir eilten zum Stall, Georg hob sie hoch und das Kleine schaffte es gerade noch ein Auge etwas zu öffnen. Sie war mehr tot als lebendig. Eigentlich gaben wir keinen Pfifferling mehr für sie, aber die Hoffnung stirbt zuletzt. Die Mutter hatte sie nicht angenommen. Also Kiste auspolstern, Püppi mit Decke und Wärmepad rein und alle halbe Stunde mit einer Spritze Ziegenmilch eingeben.

Alles kein Problem. Aber der Melkvorgang wäre eines Videos bei ´´ Bitte Lächeln `` würdig. Ich habe die Ziege an den Hörnern festgehalten und Georg hat sich mit einem Becher an den Zitzen abgemüht. Es muss ein Bild für die Götter gewesen sein. Aber wir haben es geschafft. Etwa 4-5 Stunden nachdem wir Püppi zu uns holten, stand sie wieder auf den Beinen und war recht munter. Da es an diesem Tag ziemlich kalt war und sie ja erst 24 Std. alt, durfte Püppi mit bei uns im Schlafzimmer übernachten.

                
Bekannte meinten: Aber der Gestank !!! Unser Kommentar darauf: daran muss die Ziege sich gewöhnen.
Nein im Ernst, das Zicklein gibt noch absolut keinen Geruch von sich und für die Exkremente hatten wir eine Tüte und eine saugfähige Unterlage reingelegt. Es war auch nur für 2 Nächte, absolut kein Problem.
 
Nun mussten wir allerdings nach Asuncion fahren, wir brauchten Holz für die geplante Liegebank und es war auch sonst viel zu erledigen. Was tun mit Püppi? Sie brauchte alle 2-3 Std. ihre Flasche. Langer Rede, kurzer Sinn, unser Asuncion Tag gestaltete sich dahin, dass wir mit dem Dackel auf dem Rücksitz ( Urmel ist allerdings immer dabei ) und dem Zicklein im Kofferraum nach Asuncion aufbrachen.
  Die erste Station machten wir in San Lorenzo bei OCHSI. Dort bekommt man gutes Schweinefleisch, leckere Wurst und vor allem meine heissgeliebten Weisswürste. Der Laden wirkt sehr sauber, man hat ein gutes Gefühl dort einzukaufen. Für den kleinen Hunger gibt es eine  ´´heisse Theke``, damit kann man die Wartezeit überbrücken.


Es geht weiter zum Holzhändler. Wir waren sehr angetan von dem Laden, hat er doch nicht nur Rohholz, nein man bekommt auch Türen, Fenster, Tische und vieles mehr. Und soweit wir es beurteilen konnten, von guter Qualität. Wir werden ihn auf jeden Fall weiterempfehlen.
Wir sind fündig geworden bei den Latten für unsere Bank, fast genaues Maß und glatt gehobelt, die Kanten geschliffen,  unser Auto füllte sich zusehends.

Jetzt Zicklein füttern !

Die nächste Anlaufstelle war dann der Laden der Cooperative Fernheim. Hier gibt es die beste Salami Paraguays und auch noch einige andere leckere Sachen, die wir bei uns im Ort leider nicht kaufen können.

  

Anschliessend besuchten wir den erst kürzlich eröffneten Baumarkt ACE auf der Calle España.

Wir sind sehr beeindruckt vom Angebot, fast wie in Deutschland. Eine Männerboutique vom Feinsten. Erstanden haben wir die Schrauben für die Bank und einen Eimer Chlorgranulat. Nicht billig, aber wir erhoffen uns bessere Qualität. Vom Inneren durften wir leider keine Fotos machen.

Jetzt Zicklein füttern!
 
Anschliessend noch zum Mutterhaus unseres Internetanbieters PERSONAL.

Unser Internet lässt seit fast 2 Wochen SEHR zu wünschen übrig und wir dachten wir reklamieren es gleich im Haupthaus. Das Procedere war das gleiche wie hier in der Zweigstelle, war aber den Weg nicht wert, da haben wir doch wieder was gelernt. Immerhin kümmert sich PERSONAL, im Gegensatz zu TIGO,  um seine Kunden und ist bemüht diese zufriedenzustellen.
Leider hat es nicht diesesmal nicht funktioniert und wir haben ein paar Tage später nochmal hier in Paraguari in der Zweigstelle vorgesprochen, die junge Frau hatte eine Lösung für uns. Wir sind überaus zufrieden und bei Gelegenheit bedanken wir uns bei ihr mit einem kleinen Geschenk.

In der Calle España gibt es, sehr zu unserer Freude, auch eine Zweigstelle von Kärcher. Unser Hochdruckreiniger ist kaputt. Also hin mit dem Teil. Georg ist alleine rein, ich blieb im Auto weil es so heiss war und die Klimaanlage weiter laufen musste für unseren Zoo im Auto. Es dauerte und dauerte, für mich eigentlich ein gutes Zeichen:  Die reparieren den Kärcher sofort. :-)) Nach ca. 25 Min. erschien mein Gatte mitsamt unserem Hochdruckreiniger, Freude über Freude. Wieder im Auto sitzend atmete er erst mal kräftig aus und berichtete dann. Im Kärcher Laden befinden sich 3 Angestellte. Er brachte sein Anliegen vor und es sei auch kein Problem meinte einer der dreien. Sogleich ging man ans Werk um den Reparaturschein per Computer auszustellen. Nach vielen, vielen Fehlversuchen, noch mehr beruhigenden ´´ un Ratito´s `` ( einen kleinen Moment ) gelang es keinem der drei Angestellten einen solchen dringend benötigten Reparaturschein auszufüllen. Auf Georgs Frage, man solle doch einfach einen Zettel mit seinem Namen und einer Nummer auf den Kärcher kleben und ihm den anderen mitgeben, reagierten sie mit einem empörten ´´MANUAL ? ``( von Hand ). Nein, das geht ja nun absolut nicht. Folglich zog mein entnervter Ehemann unverrichteter Dinge, allerdings sehr zur Erleichterung der Angestellten, von dannen. Der Kärcher steht also immer noch hier, vielleicht repariert er sich von selbst. :-((
Ein Foto davon war leider nicht möglich, unser Fotoapparat hat just in dem Moment den Geist aufgegeben. Auf die Idee das Handy zu nutzen kamen wir dann erst später, wir Schnarchnasen.
 
Unser Weg führt uns dann zu WRANGLER, Georg braucht dringend Bermudas. Leider konnten wir den Geschmack von WRANGLER und den von Georg nicht auf einen Nenner bringen und ich muss ehrlich sagen, die Modelle die man uns zeigte waren echt nicht tragbar. Georg sah darin aus wie ein Schuljunge in den Hosen vom älteren Bruder. Wir werden Stoff kaufen und ihm Hosen nach Maß nähen lassen.

Zwischenzeitlich, immer wieder Püppi mit dem Fläschen versorgt. ( da sie erst 2 Tage alt war hat sie immer nur ein wenig getrunken ) Wir waren an dem Tag die Sensation in Asuncion. Was ich besonders witzig finde ist, dass das Fläschen aus dem Püppi nun trinkt schon unserem Sohn gute Dienste geleistet hat. Also HUT AB Milupa, das ist noch Qualität. Unser Sohn ist mittlerweile 32 Jahre.
Püppi wächst nun inmitten unserer Hunde auf, die sie vorbehaltlos akzeptiert haben. Ab und zu, wenn wir mit dem Fläschen nicht schnell genug zur Stelle sind, versucht sie an TomTom´s Pipimann zu saugen. Also irgendwie bekommt der Hund immer einen etwas verklärten Gesichtsausdruck, wen wunderts. Sie läuft inzwischen mit den Hunden zum Tor, die Hunde bellen, das Zicklein meckert. Wir können demnächst im Zirkus auftreten mit der Truppe.
Gegen Ende unserer grossen Asuncion Tour sind wir um 17:30 wieder zu Hause angekommen, erschöpft wie immer. Hier noch ein Schnappschuss von unterwegs. So werden hier die Hühner zum Schlachten transportiert. Zu Anfang unserer Zeit in Paraguay waren wir noch entsetzt über die Transportgewohnheiten, aber man gewöhnt sich an sowas.

Am folgenden Tag begannen wir damit, die Holzleisten an unserem vorher, mit Hilfe eines Bekannten, zusammengeschweissten Gestell zu befestigen. Die im Baumarkt gekauften Schrauben erwiesen sich als Ramsch, sehr ärgerlich. Also nach Paraguari in die Ferreteria und neue gekauft. Diese hatten eine wesentlich bessere Qualität und waren zudem noch ein gutes Stück günstiger. Nach 8 Stunden war unsere Bank fertig. Wir finden sie ist sehr schön geworden und macht sich sehr gut auf unserer Sonnenterrasse.

Obwohl es auf unserem Grundstück nicht vor ungebetenen Gästen wimmelt haben wir doch immer mal wieder eine Begegnung. Die Baumschlange kam mir entgegen als ich im Gästehaus die Wäsche wechseln wollte und das Gürteltier fanden wir morgens leider tot in der Wiese vor. Die Hunde hatten es des nachts erwischt und den Angriff überlebte es leider nicht.

Wir hatten sehr lange Zeit keinen Regen und unser Fischteich war irgendwann nur noch eine Grube mit einer Schlammpfütze in der Mitte. Georg stieg hinein um die noch lebenden Fische zumindest für eine Mittagsmahlzeit für uns zu retten. Ich war im Haus beschäftigt und nicht schlecht erstaunt als er mich rief um seiner ansichtig zu werden. Die Fische wollten sich nicht ohne Gegenwehr fangen lassen und haben im Schlamm um sich geschlagen. Das Ergebnis seht ihr hier.

Es hat sich aber gelohnt, es gab zum Mittag leckeren Tilapia.

Im Herbst mussten wir notfallmässig mit unserer Urmel in die Tierklinik. Sie hatte schon seit längerem Probleme mit den Milchdrüsen und der vereiterten Gebährmutter. Bislang bekamen wir es immer wieder in den Griff, z.T. mit Homöopathie, z.T aber auch mit Einsatz von Antibiotika. Diesesmal war es aber so schlimm dass wir sie einer Not OP unterziehen mussten, sie wäre uns sonst gestorben. Ich war völlig durch den Wind, sie ist ja schon 12 Jahre alt und ich hatte panische Angst dass sie die OP nicht überlebt. Was soll ich sagen, der Dackel hat es besser weggesteckt als ich. Es war sozusagen eine Runderneuerung für sie. Uterus entfernt, Tumor entfernt, 2 Zähne gezogen und die restlichen gereinigt. Am Nachmittag durfte ich sie schon wieder überglücklich mit nach Hause nehmen. Die Wunde verheilte ganz problemlos und sie ist fit wie Schmitt, d.h. ihrem Alter entsprechend fit. Damit sie ihre Wunde nicht ständig beleckt verpassten wir ihr kurzerhand einen Babybody. Begeistert war sie nicht, sie meinte, die Farbe wäre unvorteilhaft für sie. Ich musste mit dem altbewährten Spruch kommen: ´´ so lange Du die kurzen Beinchen auf meiner Couch ausstreckst, ziehst Du an was ich sage. `` Ende der Diskussion !

Ich werde versuchen es nicht mehr so lange dauern zu lassen bis ich wieder schreibe, zumindest der Vorsatz ist da. Es passiert aber auch nicht immer wieder was Neues, bzw. nicht alles ist interessant für den Leser. Aber wir sind noch da und es geht uns gut.
Bis denne.

 

 
Powered by CMSimpleRealBlog
 

 
 
Design By DWD and TecZona.com Hosting By Teczona.com, Powered By CMSimple

Casa Mbatovi, Paraguari, PY